Das ist die kälteste Stadt der Welt

Der Osten Russlands ist zwar für drastische Minusgrade bekannt. Die Republik Jakutien ist aber dennoch ein Extremfall. Im Winter liegt dort die Durchschnittstemperatur bei minus 40 Grad. Der Boden ist permanent gefroren – die Gebäude stehen deshalb auf speziellen Stelzen. 

Die riesige Region Jakutien liegt im Nordosten Russlands und weist eine Fläche auf, die mit der von Indien vergleichbar ist. Aufgrund des speziellen Klimas leben in Jakutien aber nur etwa 960‘000 Leute. Die Region weist einige der niedrigsten Temperaturen auf, die jemals in der nördlichen Hemisphäre verzeichnet wurden. So befinden sich hier auch zwei der kältesten, bewohnten Orte der Welt: Nämlich die Kleinstadt Werchojansk und das Dorf Oymyakon.

Während die Hauptstadt der Region, Jakutsk, mit 280‘000 Einwohnern offiziell die kälteste Grossstadt der Welt ist, besitzt das kleine Dorf Oymyakon nur etwa 500 Bewohner. Und die Kleinstadt Werchojansk war eigentlich ein ehemaliges Lager für politische Gefangene und wird mittlerweile von 1311 Einwohnern bewohnt. Keine dieser Orte ist voll funktionstüchtig. Denn die durchschnittlichen Temperaturen liegen hier bei minus 40 Grad Celcius. Deshalb ist der Boden auch permanent gefroren und die Gebäude stehen auf speziell erhöhten Stelzen.

Die Hauptstadt der Region ist zusätzlich so abgelegen, dass sie sechs Zeitzonen von Moskau entfernt liegt. Ursprünglich war sie ein militärischer Aussenposten, der 1632 gegründet wurde. Erst in den 1880ern wuchs der Ort zu einer Stadt heran, als die grossen Reserven an Gold und anderen Mineralien entdeckt wurden. Mit der Zeit entstanden Hotels, Kinos und Universitäten im Ort. Und mittlerweile gibt es sogar einen Zoo.

Anders als früher, besitzt der Ort heute zwei Flughäfen mit regelmässigen Direktflügen zu diversen russischen Grossstädten. Jedoch starten diese oftmals wegen Nebel verzögert oder müssen ganz annulliert werden. Dass hier trotz des Klimas einige Leute leben, ist auf Diamanten, Gold, Silber und Erdgas zurückzuführen. Denn die Region ist reich an wertvollen Mineralien. So stammen 99 Prozent aller russischen Diamanten und mehr als 20 Prozent aller in der Welt abgebauten Diamanten aus Jakutien.

Aufgrund des Klimas birgt natürlich das Rausgehen die grösste Gefahr für die dortigen Bewohner. Es ist äusserste Vorsicht geboten. Denn wenn man nicht von Kopf bis Fuss bedeckt ist, kann es sogar vorkommen, dass man die Nase oder einen Zeh wegen Frostbeulen verliert. Am besten schützt ein dicker Pelz vor der extremen Kälte. Leute mit Seeschwäche haben zusätzlich Nachteile: Eine Brille kann man nicht tragen, denn der Metallrahmen friert auf dem Gesicht ein und bleibt an der Haut kleben. Trotz der kalten Winter sind die Sommer aber überraschend warm – die Temperaturen liegen meist zwischen 20 und 30 Grad Celcius.

Impressionen des Winters in Jakutsk: 

Yakutsk. Minus 52 degrees Celcius

Yakutsk. Minus 52 degrees Celcius

 

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